Kurz-Fakten

  • Umfang: größer als sRGB, besonders Grün und Cyan
  • Zweck: deckt druckbare Farben besser ab
  • Für den Druck: empfehlenswert
  • Fürs Web: ungeeignet ohne eingebettetes Profil
  • Voraussetzung: Kamera und Bildschirm müssen ihn beherrschen
  • Risiko: ohne Profil entsättigte Darstellung
  • Noch größer: ProPhoto RGB

Einordnung

Warum ausgerechnet Grün und Cyan

sRGB wurde als kleinster gemeinsamer Nenner für Bildschirme gebaut. Dabei blieben ausgerechnet jene Farben auf der Strecke, die im Druck erreichbar sind: satte Grüntöne, kräftiges Cyan, leuchtendes Türkis.

Adobe RGB schließt diese Lücke. Ein Foto von einer Frühlingswiese oder einem Karibikstrand kann in Adobe RGB Farben enthalten, die sRGB gar nicht erst speichert. Wandelt man später um, sind sie unwiederbringlich weg.

sRGB und Adobe RGB im VergleichZwei Dreiecke innerhalb der Fläche aller sichtbaren Farben. Das gestrichelte Dreieck für Adobe RGB umfasst mehr Grün- und Cyantöne als das durchgezogene für sRGB.sichtbare FarbenAdobe RGBsRGBAdobe RGB fasst mehr Grün- und Cyantöne als sRGB.Was außerhalb des Dreiecks liegt, kann der Raum nicht darstellen.
sRGB und Adobe RGB im Vergleich

Die Falle

Ein Bild in Adobe RGB sieht auf einem Bildschirm, der es nicht kennt, entsättigt und flau aus. Und genau das passiert, wenn man es ohne eingebettetes Farbprofil ins Web stellt: Der Browser nimmt an, es sei sRGB, und interpretiert die Zahlenwerte falsch.

Das Bild ist dabei nicht kaputt – es wird nur falsch gelesen. Aber das sieht niemand, und der Effekt ist derselbe: Es wirkt matt und leblos.

Das heißt für dein Wandbild

Wenn du Wert auf Farben legst und deine Kamera es zulässt, nimm in Adobe RGB auf und liefere die Datei so an die Druckerei – mit eingebettetem Profil. Eine gute Fine-Art-Druckerei nutzt den größeren Umfang tatsächlich aus.

Fürs Web exportierst du eine separate Kopie in sRGB. Zwei Versionen, ein Original – das ist der saubere Weg. Wer versucht, mit einer Datei beides zu erschlagen, verliert entweder Farben oder Darstellungssicherheit.

Häufige Fragen

Ist Adobe RGB besser als sRGB?
Für den Druck ja, weil es mehr druckbare Farben abdeckt. Fürs Web nein – dort sieht es ohne eingebettetes Profil entsättigt aus.

Wann sollte ich Adobe RGB verwenden?
Wenn du Bilder drucken lässt und deine Kamera sowie deine Bearbeitungssoftware den Farbraum beherrschen. Immer mit eingebettetem Profil liefern.

Warum sieht mein Adobe-RGB-Bild im Browser flau aus?
Weil der Browser es ohne Profil als sRGB interpretiert. Die Zahlenwerte werden dann falsch gelesen und die Farben wirken entsättigt.

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