Kurz-Fakten

  • Funktion: Abstand zum Glas, optische Ruhe
  • Pflicht: säurefreier Karton
  • Typische Breite: 5–10 cm, bei kleinen Formaten weniger
  • Unterer Rand: oft etwas breiter
  • Farbe: meist gebrochenes Weiß oder Creme
  • Schnitt: abgeschrägt (Keilschnitt)
  • Bei Leinwand: nicht üblich

Einordnung

Zwei Aufgaben auf einmal

Die praktische Aufgabe ist Abstand. Läge ein Papierdruck direkt am Glas an, könnte sich Kondenswasser bilden und das Blatt am Glas festkleben – ein Schaden, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Das Passepartout hält beide auf Distanz.

Die gestalterische Aufgabe ist Luft. Ein Bild, das direkt bis an den Rahmen reicht, wirkt gedrängt. Der Kartonrand schafft eine Zone der Ruhe, in der das Auge ankommt, bevor es das Motiv erreicht. Museen nutzen das seit jeher.

Passepartout: Abstand zwischen Bild und GlasQuerschnitt: Glas oder Acryl, Passepartout 1,4–2 mm, Motiv, Rückwand.Passepartout: Abstand zwischen Bild und GlasGlas oder AcrylPassepartout 1,4–2 mmMotivRückwandAufbauBlickrichtungDas Passepartout hält das Motiv vom Glas fern – ohne Abstand klebt Papier an.
Passepartout: Abstand zwischen Bild und Glas

Die Sache mit dem unteren Rand

Viele Passepartouts sind unten ein bis zwei Zentimeter breiter als oben. Das ist kein Fehler, sondern Absicht: Bei exakt gleichen Rändern nimmt das Auge den unteren als schmaler wahr, weil wir Bilder von oben nach unten lesen und der Schwerpunkt nach unten zieht.

Der leicht breitere untere Rand korrigiert diese Täuschung. Man spricht von der optischen Mitte im Unterschied zur geometrischen. Bei kleinen Formaten ist der Effekt vernachlässigbar, bei großen deutlich sichtbar.

Das heißt für dein Wandbild

Bei der Breite gilt: lieber großzügig. Ein zu schmales Passepartout wirkt zaghaft, als hätte man Karton sparen wollen. Fünf bis zehn Zentimeter sind bei mittleren Formaten ein guter Bereich – und der Rand darf ruhig breiter sein als der Rahmen.

Zur Farbe: Gebrochenes Weiß oder Creme funktioniert fast immer. Farbige Passepartouts ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und konkurrieren mit dem Bild. Wenn du farbig willst, nimm einen Ton aus dem Motiv – aber gedämpft, nie den kräftigsten.

Häufige Fragen

Wozu dient ein Passepartout?
Es hält das Bild vom Glas fern und verhindert damit Kondensat und Verkleben. Gleichzeitig gibt es dem Motiv optisch Luft.

Warum ist der untere Rand breiter?
Weil das Auge bei gleichen Rändern den unteren als schmaler wahrnimmt. Der leicht breitere Rand korrigiert diese optische Täuschung.

Muss ein Passepartout säurefrei sein?
Ja. Säurehaltiger Karton greift das Papier an und erzeugt mit den Jahren einen bräunlichen Rand entlang der Kante des Fensterausschnitts.

Braucht ein Leinwandbild ein Passepartout?
Nein. Leinwandbilder hängen ohne Glas, das Problem stellt sich also nicht. Wer rahmen will, nimmt einen Schattenfugenrahmen.

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