Fauvismus: Die wilden Tiere

Der Fauvismus dauerte nur drei Jahre und befreite die Farbe für immer. Wie es dazu kam – und warum der Name eine Beleidigung war.

Fauvismus: Die wilden Tiere

Der Fauvismus war eine kurze, aber folgenreiche Bewegung um 1905 in Paris. Ihre Maler lösten die Farbe vollständig vom Gegenstand: Ein Gesicht durfte grün sein, ein Baumstamm rot. Der Name geht auf einen Kritiker zurück, der die Gruppe als „wilde Tiere“ bezeichnete.

Auf einen Blick
Zeitraum1905 bis etwa 1908
UrsprungParis
Namevon fauves – wilde Tiere, als Spott gemeint
PrinzipFarbe gelöst vom Gegenstand
Farbauftragrein, flächig, ungebrochen
Kurzlebignur wenige Jahre
Wirkungauf den Expressionismus

Die Farbe wird frei

Bis dahin hatte Farbe eine Aufgabe: Sie sollte etwas darstellen. Ein Himmel ist blau, ein Baum grün, Haut ist hautfarben. Selbst der Impressionismus, so frei er wirkte, blieb dabei – seine Farben zeigten Licht auf Gegenständen.

Die Fauves brachen damit. Eine Farbe muss nichts abbilden. Sie kann gesetzt werden, weil sie neben einer anderen wirkt, weil sie das Bild trägt, weil sie gebraucht wird. Ein grüner Streifen im Gesicht ist dann kein Fehler, sondern eine Entscheidung.

Drei Jahre, die reichten

Der Fauvismus war kaum eine Bewegung – eher eine kurze Phase, in der mehrere Maler Ähnliches versuchten. Um 1908 war sie vorbei; die Beteiligten gingen in verschiedene Richtungen.

Der Einfluss blieb. Der deutsche Expressionismus griff die befreite Farbe unmittelbar auf und trieb sie weiter. Und seither hat sich kein Maler mehr rechtfertigen müssen, wenn er einen Himmel rot malt.

Das heißt für dein Wandbild

Fauvistische Motive sind laut und farbstark. Sie tragen eine Wand allein und brauchen keinen Nachbarn – zwei fauvistische Bilder nebeneinander kämpfen gegeneinander.

Sie leben von der Sättigung. Ein Druck, der die kräftigen Töne nicht halten kann, nimmt ihnen den Sinn. Hier lohnt ein Druckverfahren mit erweitertem Farbraum – acht bis zwölf Tinten statt vier.

Häufige Fragen

Was bedeutet Fauvismus?
Der Name kommt von „les fauves“ – die wilden Tiere. Ein Kritiker meinte es als Spott, die Maler übernahmen die Bezeichnung.

Was war neu am Fauvismus?
Die Farbe wurde vollständig vom Gegenstand gelöst. Ein Gesicht durfte grün sein, ein Baumstamm rot – Farbe muss nichts mehr abbilden.

Wie lange dauerte der Fauvismus?
Nur etwa drei Jahre, von 1905 bis 1908. Der Einfluss auf den Expressionismus war trotzdem entscheidend.

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Künstler in Fauvismus

🖼️

Der Tanz

Henri Matisse · Seit 1909/10

Matisses „Der Tanz“ zeigt fünf nackte Figuren, die einen Reigen bilden – gemalt in nur drei Farben: Blau für den Himmel, Grün für die Erde, Rot-Orange für die Körper. Kein Detail, keine Modellierung, kein Raum. Seit dem 1. Januar 2025 ist das Werk…

Künstler: Henri MatisseEntstanden: 1909/10Figuren: fünf, im ReigenFarben: nur dreiKein Raum: keine Perspektive, keine ModellierungDer Kreis: ist an einer Stelle offen
🎨

Henri Matisse

31.12.1869 – 03.11.1954

Henri Matisse (1869–1954) war der Kopf des Fauvismus und einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Im Alter, ans Bett gefesselt, erfand er die Scherenschnitte – Kunst aus geschnittenem Papier. Seine Werke sind seit dem 1. Januar…

Lebensdaten: 31.12.1869 – 03.11.1954Geburtsort: Le Cateau-CambrésisBewegung: Fauvismus, ab 1905Spätwerk: Scherenschnitte (papiers découpés)Grund: Krankheit, konnte nicht mehr am Staffelei arbeitenUrheberrecht: erloschen am 01.01.2025