Postimpressionismus: Nach dem Licht kam die Form

Der Postimpressionismus war keine Gruppe, sondern eine Abkehr. Was van Gogh, Cézanne und Gauguin verband – und was sie trennte.

Postimpressionismus: Nach dem Licht kam die Form

Der Postimpressionismus umfasst Maler, die vom Impressionismus ausgingen, sich aber von ihm abwandten. Ihnen genügte der flüchtige Lichteindruck nicht – sie suchten nach Struktur, Ausdruck und Symbolik. Der Begriff wurde erst 1910 rückblickend geprägt und bezeichnet keine Gruppe.

Auf einen Blick
Zeitraumetwa 1880 bis 1905
Begriff geprägt1910, rückblickend
Keine Gruppesondern eine Sammelbezeichnung
GemeinsamAbkehr vom reinen Lichteindruck
Van GoghAusdruck durch Farbe und Pinselspur
CézanneStruktur und Form
GauguinSymbol und Farbfläche

Eine Gruppe, die keine war

Der Begriff stammt von einem britischen Kritiker, der 1910 eine Ausstellung organisierte und einen Titel brauchte. Er wählte „Manet und die Postimpressionisten“ – nach dem Impressionismus.

Die so bezeichneten Maler hätten sich selbst nie so genannt. Sie kannten sich teils, schätzten sich teils, arbeiteten aber in völlig verschiedene Richtungen. Was sie verband, war eine Unzufriedenheit: Der Impressionismus schien ihnen zu beliebig, zu sehr an der Oberfläche.

Drei Antworten auf dieselbe Frage

Van Gogh antwortete mit Ausdruck. Er verstärkte Farben, bis sie nicht mehr abbildeten, sondern fühlten. Der Pinselstrich wurde zur Geste, der Himmel zur Bewegung.

Cézanne antwortete mit Struktur. Er suchte hinter der wechselnden Erscheinung die feste Form – Kugel, Kegel, Zylinder. Damit legte er das Fundament, auf dem der Kubismus aufbauen sollte. Gauguin antwortete mit Symbol. Er malte flächig, in ungebrochenen Farben, und suchte Bedeutung statt Beobachtung.

Das heißt für dein Wandbild

Postimpressionistische Werke sind die dankbarsten Motive für ein Wandbild überhaupt – kräftige Farben, klare Formen, und sie funktionieren aus jeder Distanz. Nicht zufällig ist van Goghs Sternennacht eines der meistgedruckten Bilder der Welt.

Auch hier gilt: strukturierte Leinwand. Bei van Gogh trägt die Gewebestruktur die gemalte Pinselspur mit, bei Cézanne und Gauguin ist sie weniger entscheidend – dort zählt vor allem die Farbfläche.

Häufige Fragen

Was ist der Postimpressionismus?
Eine Sammelbezeichnung für Maler, die vom Impressionismus ausgingen und sich von ihm abwandten – auf der Suche nach Struktur, Ausdruck und Symbolik.

War der Postimpressionismus eine Gruppe?
Nein. Der Begriff wurde 1910 rückblickend von einem Kritiker geprägt. Die Maler arbeiteten in sehr verschiedene Richtungen.

Wer gehört zum Postimpressionismus?
Vor allem van Gogh, Cézanne, Gauguin und Seurat. Jeder von ihnen suchte eine eigene Antwort auf die Grenzen des Impressionismus.

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Künstler in Postimpressionismus

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Caféterrasse am Abend

Vincent van Gogh · Seit September 1888 in Arles

Van Goghs Nachtbild aus Arles zeigt eine beleuchtete Caféterrasse unter einem sternenübersäten Himmel. Das Bemerkenswerte: Er benutzte kein Schwarz. Die Nacht besteht aus Blau und Violett – und leuchtet gerade dadurch. Eine Nacht ohne Schwarz Van…

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Die Sternennacht

Vincent van Gogh · Seit Juni 1889

Die Sternennacht ist ein Ölgemälde von Vincent van Gogh aus dem Juni 1889. Es entstand in der Heilanstalt von Saint-Rémy-de-Provence und zeigt einen wirbelnden Nachthimmel über einem Dorf, flankiert von einer dunklen Zypresse. Das Original misst…

Entstanden: Juni 1889Ort: Saint-Rémy-de-ProvenceTechnik: Öl auf LeinwandMaße: 73,7 × 92,1 cmStandort: Museum of Modern Art, New YorkUrheber: Vincent van Gogh (1853–1890)
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Paul Cézanne

19.01.1839 – 22.10.1906

Paul Cézanne (1839–1906) suchte hinter der wechselnden Erscheinung die feste Form. Er zerlegte Gegenstände in Grundkörper und zeigte sie aus leicht verschobenen Blickwinkeln zugleich. Damit legte er das Fundament, auf dem der Kubismus aufbaute –…

Lebensdaten: 19.01.1839 – 22.10.1906Geburtsort: Aix-en-ProvenceLeitsatz: Natur als Zylinder, Kugel und Kegel behandelnMotive: Stillleben, Mont Sainte-Victoire, BadendePerspektive: mehrere Blickwinkel zugleichWirkung: auf Kubismus und Moderne
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Paul Gauguin

07.06.1848 – 08.05.1903

Paul Gauguin (1848–1903) löste die Farbe von der Beobachtung: Sie sollte nicht abbilden, sondern bedeuten. Er malte flächig, in ungebrochenen Farben und mit klaren Konturen. Seine Zeit im Südpazifik prägte sein Werk – und wird heute kritisch neu…

Lebensdaten: 07.06.1848 – 08.05.1903Geburtsort: ParisMalweise: flächig, ungebrochene Farben, klare KonturFarbe: symbolisch, nicht beobachtendAb 1891: überwiegend in Französisch-PolynesienWirkung: auf Fauvismus und Expressionismus
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Sonnenblumen

Vincent van Gogh · Seit 1888/89 in Arles

Van Gogh malte in Arles eine Serie von Sonnenblumenstillleben – als Wandschmuck für das Zimmer, das er für Paul Gauguin vorbereitete. Sie gehören zu den bekanntesten Bildern der Welt. Und ihr berühmtes Gelb ist chemisch instabil: Es verändert sich…

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Stillleben mit Äpfeln

Paul Cézanne

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Künstler: Paul CézanneThema: Stillleben, meist ÄpfelPerspektive: mehrere Blickpunkte zugleichTischkante: links und rechts auf unterschiedlicher HöheWirkung: auf Picasso und BraqueNicht Fehler: sondern Methode
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Vincent van Gogh

30.03.1853 – 29.07.1890 · Seit 1880 – 1890

Vincent van Gogh (1853–1890) war ein niederländischer Maler des Postimpressionismus. In nur zehn aktiven Jahren schuf er rund 900 Gemälde, die für ihren dick aufgetragenen Farbauftrag, die wirbelnde Pinselführung und harte Komplementärkontraste…

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Weizenfeld mit Krähen

Vincent van Gogh · Seit Juli 1890 in Auvers

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