Kurz-Fakten

  • Rechtlicher Status: kein geschützter Begriff
  • Tinte: Pigmenttinte
  • Träger: Baumwoll- oder Alpha-Zellulose-Papier, auch Leinwand
  • Typische Grammatur: 190–350 g/m²
  • Verhältnis zu Giclée: weitgehend deckungsgleich
  • Erwartet: Säurefreiheit, hohe Lichtechtheit
  • Warnsignal: keine Materialangaben

Einordnung

Was den Begriff rechtfertigt

Drei Bedingungen müssen zusammenkommen. Erstens Pigmenttinte, weil nur sie die nötige Lichtechtheit mitbringt. Zweitens ein säure- und ligninfreier Bildträger, damit nichts vergilbt oder versprödet. Drittens ein Drucker mit erweitertem Farbraum, also acht bis zwölf Tinten statt der vier Prozessfarben.

Fehlt eine davon, ist es ein normaler Digitaldruck. Das ist nicht ehrenrührig – nur eben etwas anderes.

Fine Art Print oder Giclée?

Praktisch meinen beide dasselbe. Giclée betont das Verfahren, Fine Art Print den Anspruch. Beide Begriffe sind ungeschützt, beide werden großzügig verwendet.

Ein feiner Unterschied hat sich eingebürgert: Giclée wird häufiger für Reproduktionen bestehender Kunstwerke gebraucht, Fine Art Print eher für Originalgrafik und Fotokunst. Verlassen sollte man sich darauf nicht.

Das heißt für dein Wandbild

Papier oder Leinwand – das ist bei Fine Art Print keine Qualitäts-, sondern eine Motivfrage. Fotografie, Zeichnung und Grafik gewinnen auf Büttenpapier, weil dessen feine Struktur die Linienführung nicht überlagert. Gemälde-Reproduktionen gewinnen auf Leinwand, weil deren Gewebe die Pinselspur aufnimmt.

Ein Fine Art Print auf Papier braucht allerdings einen Rahmen und idealerweise ein Passepartout. Rechne das mit ein: Der Rahmen kostet oft mehr als der Druck.

Häufige Fragen

Was ist ein Fine Art Print?
Ein hochwertiger Kunstdruck aus dem Tintenstrahlverfahren mit Pigmenttinte auf säurefreiem Bildträger und hoher Lichtechtheit. Der Begriff ist nicht geschützt.

Was ist der Unterschied zwischen Fine Art Print und Giclée?
Praktisch keiner. Giclée betont das Druckverfahren, Fine Art Print den Qualitätsanspruch. Beide Begriffe sind ungeschützt und werden weitgehend synonym verwendet.

Ist Fine Art Print immer auf Papier?
Nein. Der Begriff wird auch für Drucke auf Leinwand verwendet. Papier eignet sich besser für Fotografie und Zeichnung, Leinwand für Reproduktionen von Gemälden.

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Quellen und Weiterlesen