Kurz-Fakten
- Bedeutung: Farbumfang eines Geräts
- Bildschirm: großer Gamut, leuchtende Farben
- Drucker: kleinerer Gamut, besonders bei Grün und Blau
- Außerhalb des Gamut: Farbe muss ersetzt werden
- Perzeptiv: alle Farben werden zusammengeschoben, Verhältnisse bleiben
- Relativ farbmetrisch: nur Randfarben werden auf die Grenze gezogen
- Faustregel: Fotos perzeptiv, Grafik relativ farbmetrisch
Einordnung
Wenn die Farbe nicht existiert
Ein leuchtendes Neongrün auf dem Bildschirm hat auf Papier kein Gegenstück. Es gibt keine Tinte, die so viel Licht in diesem Bereich reflektiert. Die Farbe liegt außerhalb des Druckergamuts – sie muss durch etwas ersetzt werden, das existiert.
Damit ist der Verlust unvermeidlich. Die interessante Frage ist nicht, ob etwas verloren geht, sondern wie.
Zwei Wege, zwei Ergebnisse
Die perzeptive Methode schiebt alle Farben des Bildes zusammen, bis auch die extremsten hineinpassen. Das dämpft das gesamte Bild leicht – aber die Verhältnisse zwischen den Farben bleiben erhalten. Verläufe bleiben Verläufe, Unterschiede bleiben sichtbar. Für Fotos ist das fast immer die richtige Wahl.
Die relativ farbmetrische Methode lässt alle Farben unverändert, die hineinpassen, und zieht nur die zu extremen auf die Gamut-Grenze. Das erhält die Farbtreue der meisten Bereiche – aber wo mehrere Farben auf dieselbe Grenze gezogen werden, verschmelzen sie. Aus einem feinen Farbverlauf im Himmel kann eine Fläche werden.
Das heißt für dein Wandbild
Für Fotos mit Farbverläufen – Himmel, Wasser, Haut – ist die perzeptive Umrechnung die sichere Wahl. Für grafische Motive mit klar getrennten Farbflächen ist die relativ farbmetrische treffender.
In der Praxis wählt eine gute Druckerei das für dich. Wenn dir Farben besonders wichtig sind, frag nach einem Softproof – dann siehst du vorher, was passiert.
Häufige Fragen
Was bedeutet Gamut?
Der Farbumfang, den ein Gerät tatsächlich wiedergeben kann. Bildschirme haben einen größeren Gamut als Drucker.
Was passiert mit Farben außerhalb des Gamut?
Sie müssen ersetzt werden. Wie, entscheidet die Umrechnungsmethode: perzeptiv dämpft das ganze Bild, relativ farbmetrisch zieht nur die Randfarben auf die Grenze.
Welche Umrechnung ist die richtige?
Für Fotos mit Verläufen meist die perzeptive. Für grafische Motive mit klaren Farbflächen die relativ farbmetrische.